
Eduard Ciociu
Full-Stack-Entwickler
PLZ-Datenbank Deutschland: Liste, CSV und wann eine API besser ist
2026-07-21

PLZ-Datenbank Deutschland: Liste, CSV und wann eine API besser ist
Der Bedarf ist klar umrissen: eine Liste aller deutschen Postleitzahlen mit Ort, am liebsten als CSV, am liebsten sofort. Dafür gibt es gute Gründe, und es gibt einen Haken, den man vorher kennen sollte.
Welche Quellen es gibt
Vier Kategorien, mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften:
Amtliche Geodaten. Behördliche Stellen veröffentlichen PLZ-Gebiete als Geodaten, also als Flächen mit der Postleitzahl als Merkmal. Hervorragend für Karten und räumliche Auswertungen, unhandlich, wenn Sie nur eine Zuordnungstabelle brauchen.
Offene Datenportale. Über die offenen Datenportale von Bund und Ländern finden sich Postleitzahlendatensätze in verschiedenen Zuschnitten. Kostenlos, mit dem üblichen Vorbehalt: Der Aktualisierungsrhythmus ist nicht garantiert und variiert je Datensatz.
Postalische Datenprodukte. Die Postleitdaten der Deutschen Post sind der Referenzbestand. Sie sind kostenpflichtig und lizenziert, dafür aktuell und vollständig, inklusive der Angaben, die für Portooptimierung nötig sind.
Kommerzielle Datenanbieter. Aufbereitete Pakete, oft mit Geokoordinaten, Bundesland und Landkreis angereichert, in einem verwendbaren Format geliefert.
Was in einer brauchbaren PLZ-Liste stehen muss
Eine reine Spalte mit Postleitzahlen ist selten genug. Nützlich wird eine Liste erst mit:
- PLZ und Ortsname, in der offiziellen Schreibweise.
- Ortsteil, wo relevant, weil eingemeindete Orte weiterhin verwendet werden.
- Gemeindekennung, um sauber aggregieren zu können, ohne über Ortsnamen zu vergleichen.
- Bundesland und Landkreis, für regionale Auswertungen.
- Koordinaten des PLZ-Mittelpunkts, für Karten und Umkreissuchen.
- Ein Stand-Datum. Ohne Datum wissen Sie nicht, was Sie in der Hand halten.
Fehlt die Gemeindekennung, werden Sie früher oder später Ortsnamen als Zeichenketten vergleichen, und das geht bei Umlauten, Bindestrichen und Zusätzen wie „a. d. Donau" schief.
Der Haken an CSV-Downloads
Eine heruntergeladene Liste ist eine Momentaufnahme. Postleitzahlen ändern sich seltener als Straßennamen, aber sie ändern sich: durch Neubaugebiete, veränderte Zustellbezirke und Gebietsreformen auf Gemeindeebene.
Drei Konsequenzen, die man einplanen sollte:
- Datieren und erneuern. Legen Sie fest, wann die Datei ersetzt wird, und schreiben Sie das Stand-Datum in die Daten selbst.
- Prüfen, was wirklich enthalten ist. Eine Liste von Postleitzahlen ist keine Liste von Orten, und eine Liste von Orten ist keine Liste von Adressen. Diese drei Ebenen werden regelmäßig verwechselt.
- Die Lizenz lesen. Offen heruntergeladen bedeutet nicht automatisch frei weiterverwendbar, besonders wenn Sie die Daten in einem Produkt weitergeben.
Datei oder Schnittstelle?
Eine Datei ist richtig, wenn Sie offline rechnen, eine Auswahlliste befüllen, eine Karte einfärben oder eine einmalige Analyse fahren. Dann wollen Sie keine Netzabhängigkeit.
Eine API ist richtig, wenn die Daten aktuell sein müssen, wenn Sie ohnehin einzelne Abfragen machen, oder wenn Sie über die PLZ-Ebene hinaus Straßen und Hausnummern brauchen. Das behandelt die PLZ-API.
Die häufigste Fehlentscheidung ist, eine Datei zu nehmen und dann daraus eine Adressvalidierung bauen zu wollen. Eine PLZ-Ort-Tabelle kann nicht prüfen, ob eine Straße existiert oder ob eine Hausnummer plausibel ist. Dafür brauchen Sie einen Adressbestand, nicht eine Postleitzahlenliste.
Was Pro6PP anbietet
Pro6PP liefert deutsche Adressdaten über eine API, mit PLZ, Ort, Gemeinde, Straße, Hausnummer und Koordinaten. Für Anwendungsfälle, die tatsächlich einen Bestand brauchen statt einzelner Abfragen, bieten wir Downloads an. Dieselbe Abdeckung gilt für die Niederlande, Belgien, Frankreich, Luxemburg, Dänemark, Österreich, die Schweiz, Spanien und das Vereinigte Königreich.
Wenn Ihr Ziel nicht die Daten selbst sind, sondern korrekte Adressen im Bestellprozess, führt unser Leitfaden zur Adressprüfung schneller zum Ziel. Und wenn Sie einen gewachsenen Bestand aufräumen wollen, ist Adressabgleich und Adressbereinigung der passende Artikel.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich eine Liste aller deutschen Postleitzahlen?
Über offene Datenportale von Bund und Ländern, über amtliche Geodatenstellen als PLZ-Gebiete, oder als kommerzielles Datenpaket. Der postalische Referenzbestand kommt von der Deutschen Post und ist lizenzpflichtig.
Wie viele Postleitzahlen hat Deutschland?
Rund achttausend fünfstellige Postleitzahlen, wobei sich die Zahl durch neue Zustellbezirke leicht verändert. Genau deshalb gehört zu jeder Liste ein Stand-Datum.
Reicht eine PLZ-Datenbank zur Adressvalidierung?
Nein. Eine PLZ-Ort-Tabelle kann bestätigen, dass es die Postleitzahl gibt und welcher Ort dazugehört. Ob die Straße existiert und die Hausnummer plausibel ist, kann sie nicht beantworten.
Wie oft muss ich eine PLZ-Liste aktualisieren?
Jährlich ist für die meisten Anwendungen vertretbar. Wenn Liefergebiete oder Preise daran hängen, sollten Sie häufiger aktualisieren oder gleich über eine Schnittstelle arbeiten.
Darf ich heruntergeladene PLZ-Daten in meinem Produkt weitergeben?
Das hängt an der Lizenz der jeweiligen Quelle. Offene Datensätze erlauben oft die Weiterverwendung unter Nennung der Quelle, lizenzierte Postdaten in der Regel nicht. Prüfen Sie das, bevor Sie die Daten weitergeben.